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Gerste

Die Fläche lag 2025 bei etwa 1,21 bis 1,22 Millionen Hektar. Im Vergleich zu 2024 war dies ein Rückgang um rund 6,4 %, da Landwirte aufgrund attraktiverer Preise teilweise wieder verstärkt auf Weizen setzten. Für die Erntesaison 2026 deutet sich jedoch wieder ein Anstieg um 4,9 % an.

Bei den Neuzulassungen 2025/2026 ist der Fokus besonders auf die Virusresistenz gerichtet, um den Insektizideinsatz im Herbst zu reduzieren, in unserem Sortiment finden sie neue Sorten mit guten Resistenzen gegen BYDV und WDV wie die KWS Chilis, KWS Futuris und Hybridgerste SY Zoomba.

Wintergerste gedeiht am besten auf tiefgründigen, gut durchfeuchteten Böden. Aber auch mit ungünstigen Bedingungen kommt sie gut zurecht. Ihre Winterhärte ist weniger ausgeprägt als die von Weizen oder Roggen. Sie ist oft der erste Erntekultur und spielt eine wichtige Rolle in der Fruchtfolge, z.B. als Vorfrucht für Winterraps. Das optimale Aussaatfenster ist Mitte September bis Anfang Oktober. Eine zunehmend wichtige Rolle spielt die Jugendentwicklung, eine zu frühe Aussaat führt schnell zu einem Überwachsen und einem höheren Risiko der Auswinterung. Aufgrund zunehmend milder Herbste ist insbesondere das Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV) zu beachten, welches zu Totalausfällen führen kann. Die Übertragung erfolgt über die Blattläuse. In letzter Zeit ist auch das Weizenverzwergungsvirus (WDV) an Gerste aufgetreten. 

Das Virus ist direkt nicht zu bekämpfen, deshalb ist eine Prävention sehr wichtig. Nutzen Sie den genetischen Schutz einiger Sorten, passen Sie Ihre Aussaattermine an die Witterung an und behandeln Sie Ihre Bestände gezielt mit Insektiziden, sobald die Schadschwellen überschritten sind.

Die Anbaufläche von Sommergerste wird für 2026 auf ca. 11,09 Millionen Hektar in der gesamten EU prognostiziert, was einer deutlichen Ausdehnung von etwa 11 % entspricht. In Deutschland ist Sommergerste die wichtigste Sommergetreideart, wobei sie 2025 mit rund 56 dt/ha eines der besten Ernteergebnisse der letzten Jahre erzielte – etwa 6 dt/ha über dem Zehnjahresmittel.

Bei der Sommergerste steht aktuell der Fokus auf Braugetreide und die Reaktion der Sorten auf trockene Frühjahrsbedingungen. Neuzulassungen sind 2025/2026 u.a. die Sorten Tilda und Excalibur. Beide finden Sie in unserem Sortiment. Ein entscheidendes Vermarktungskriterium ist die Aufnahme der Sorte ins Berliner Programm. Dies, die Resistenzen und das zu erwartende Ertragspotenzial sind ausschlaggebend für die Sortenwahl. 

Um eine gute Nährstoffversorgung und damit auch hohe Effizienz und Produktivität zu erreichen, ist die richtige Menge zum Zeitpunkt bei der Düngung wichtig.  Die vor dem Winter angelegten Triebe bestimmen entscheidend den Ertrag der Gerste. Ein guter Wintergerstenbestand benötigt einen Haupttrieb und mindestens 2 bis 3 kräftige Nebentriebe, um das Ziel einer Bestandsdichte von 500 und 600 Ähren/m² (für einzelne Sorten, je nach Sortentyp auch mehr) zu erreichen.