Lupine

Lupinus angustifolius

Unter den einheimischen Körnerleguminosen haben Süßlupinen die höchsten Proteingehalte und eine sehr gute Wertigkeit des Proteins. In beiden Eigenschaften sind sie Ackerbohnen und Futtererbsen überlegen. Darüber hinaus haben sie eine hervorragende Vorfruchtwirkung.

Die in Deutschland genutzten Lupinenarten unterscheiden sich deutlich sowohl in den Ansprüchen an den Boden, an das Klima, in der Anbautechnik als auch in der Qualität des Erntegutes.

Blaue Lupinen eignen sich vor allem für Diluvialböden, kommen aber auch auf wasserdurch-lässigen Verwitterungsstandorten und Böden mit hohem Steingehalt zum Einsatz. Weiße Lupinen sind auf besseren Standorten ab 30 Bodenpunkten anbauwürdig. Aufgrund der spä-ten Reife scheiden höhere Lagen für den Anbau aus.

Unterschieden wird zwischen verzweigenden und endständigen Sorten. Verzweigende Sorten haben ein höheres Ertragsvermögen, reifen aber unter ungünstigen Bedingungen un-gleichmäßig ab. In Vorgebirgslagen mit höheren Niederschlagsmengen bieten daher die endständigen Sorten eine höhere Ertragssicherheit. Bei diesem Sortentyp sollte die Saat-stärke auf 100 bis 120 Körner/m² erhöht werden, während bei verzweigenden Sorten 90 bis 100 Körner/m² ausreichen. Besteht bei erntereifen Beständen die Gefahr des Hülsenplat-zens, lassen sich durch Verlegung des Druschs in die Vormittagsstunden die Verluste redu-zieren.

Die zugelassenen Sorten der Blauen Lupine haben im Vergleich zu den Gelben Lupinen ein wesentlich höheres Ertragspotenzial. Neue Sorten zeigen einen deutlichen Zuchtfortschritt im Korn- und Proteinertrag.

leichte und mittlere Böden
weniger kalkempfindlich
frühe Reifezeit
geringe Frostempfindlichkeit

Der Anbau der Weißen Lupine ging mit dem Auftreten der Anthracnose Mitte der 90er Jahre rapide zurück und wurde praktisch eingestellt, da diese Lupinenart die stärkste Anfälligkeit für diese Krankheit aufwies und hohe Ertragsausfälle zu verzeichnen waren. In den letzten Jahren wurde die Züchtung mit Weißen Lupinen wieder aufgenommen, insbesondere mit dem Ziel, die Toleranz gegen Anthracnose zu verbessern. Mit der Zulassung der Sorten Frieda, Victor Baer und Celina durch das Bundessortenamt und der Saatgutvermehrung in diesem Jahr kann zur Aussaat der Anbau der Weißen Lupine zur Erzeugung von eiweißreichem Futter bzw. zur Nutzung für die menschliche Ernährung wieder aufgenommen werden.

Beim Vergleich der Körnerleguminosenarten ist zu berücksichtigen, dass die Weißen Lupinen die längste Wachstumszeit aufweisen und erst Mitte bis Ende August bzw. in ungünsti-gen Jahren erst Mitte September geerntet werden können. Im Hinblick auf den Futterwert punkten sie aber mit hohen RP-Gehalten, insbesondere in Relation zu Körnererbsen und Ackerbohnen. Ein Vorteil im Vergleich zu Blauen Lupinen ist die bessere Platzfestigkeit der Hülsen, so dass auch bei späteren Ernteterminen nur mit geringen Verlusten durch Hülsen-platzen gerechnet werden muss. Im trockenen Jahr 2019 zeigten sich die Weißen Lupinen in den LSV vergleichsweise ertragsstark in Relation zu Körnererbsen und Ackerbohnen. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die neuen Sorten auch bei starkem Befallsdruck mit An-thracnose bestehen können.

Die Saatstärke beträgt 55 bis 60 Körner/m². Anzustreben sind frühe Saattermine ab Mitte März. Weiße Lupinen sind vergleichsweise großkörnig, die TKM bewegen sich in einem Be-reich von 400 bis 500 g. Die RP-Gehalte liegen zwischen 30 und 35 %.

Der Anbau ist auf nahezu allen Böden ohne Staunässe in allen Klimaregionen möglich. Im Vergleich zur Blauen Lupine stellt weiße Lupine jedoch etwas höhere Standortansprüche (>25BP). Bis zu einem ph Wert von 7,3 ist der Anbau möglich, wichtig ist es, Standorte mit geringem Umkrautpotential auszuwählen. Mais ist eine gute Vorfrucht, bei Raps ist bei erhöhtem Durchwuchs die Bekämpfung mit Herbiziden teilweise schwierig. Es sollte auf die Übertragungsrisiken der Sklerotina nach Kartoffeln und Raps geachtet werden.

Je nach Region Anfang März bis Mitte April möglichst früh bei Bodentemperaturen ab ca. 4°C. Lupinen sind spätsaatverträglicher als Ackerbohnen, wobei Spätfröste bis -6 / -7°C toleriert werden. Die Saattiefe sollte bei 3-4 cm liegen, zu tiefe Aussaat wirkt ertragsmindernd.
Bei Reihenabständen von 12-25 cm sind 45-60 keimfähige Körner/m² ausreichend. Zu hohe Aussaatmengen erhöhen das Lagerrisiko.

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